»Die letzten Tage des Sommers«

Mit dem Verkauf des gemeinsamen Hauses droht der Verlust der lieb gewonnenen Heimat. Ablösungsängste führen zum Streit zwischen Mutter und Sohn. Die Grundlage dieses Films bildet der Originalmitschnitt dieser telefonisch geführten Auseinandersetzung über die Verkaufsmodalitäten. Der Sohn sieht sich mit dem Verlust des Ortes konfrontiert, der ihm noch immer Heimat ist, obwohl er schon seit Jahren in einer anderen Stadt wohnt. Für die Mutter bedeutet der Verkauf das Ende ihres Lebenstraums vom eigenen Heim, für dessen Verwirklichung sie hart gearbeitet hat. Beide hängen an dem gemeinsamen Haus, beide wissen aber auch, dass der Verkauf unvermeidlich ist. Ich habe mit der Struktur und der Bildsprache des Films dem auf der Tonebene dynamisch vorgetragenen, fesselnden Streit formal etwas Statisches entgegen-
gesetzt, das der schwierigen Situation der Protagonisten entspricht und den Film in einem fragilen Gleichgewicht hält.