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Wanderarbeitsstätte in Stuttgart
Ende des 19. Jahrhunderts bot die »Wanderarbeitsstätte« dem obdachlosen Arbeitsnomaden Unterkunft. Eine Neuinterpretation dieser Einrichtung in einer sich wandelnden Gesellschaft war die Intention der Diplomarbeit. Der Wander-
arbeiter in der Bildungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts verkauft sein Wissen und seine Fähigkeiten ortsunabhängig. Mobile Technologien und Billigfluglinien unterstützen die Entwicklung hin zu einer Individualisierung des Arbeitsmarkts. Das kontinuierliche Beschäftigungsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber stellt mittlerweile ein gesellschaftlich veraltetes Arbeitsmodell dar.
Der Entwurf für eine aktuelle neuzeitliche Wanderarbeitsstätte sieht keine dauerhafte Wohnlösung vor. Die Zimmer beschränken sich auf einen funktionalen Wohn- und Schlafraum. Serviceeinrichtungen innerhalb des Hauses bieten dem Arbeitsnomaden Angebote, die er in einem Hotel nicht hätte. Mittels Rollmöbeln, die auch im Wohnraum genutzt werden können, sind die Zimmer schnell, einfach und funktional zu belegen und ebenso zu räumen.
Als Ort für die Wanderarbeitsstätte wurde das Stuttgarter Bohnenviertel ausgewählt. Der frühere Verlauf der mittelalterlichen Stadtmauer prägt noch heute die bestehende Bebauung. Architektonische Gestaltungselemente der bereits vorhandenen Bebauung werden zitiert und bilden eine Grundlage für die Form des neuen Gebäudes. |
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