Zeichnungen

Benjamin Metzger lehnt sich in der Benennung seiner Zeichnungen an die schlichten Bildtitel Giorgio Morandis an. In seiner Diplomausstellung waren Landschaften, Köpfe oder Figuren zu sehen. An die Ausstellung anschließend unterhielten wir uns darüber, ob nicht spezifischere Titel treffender wären. Viele Zeichnungen entstanden auf Reisen; in ihnen ist die Natur und Kultur der bereisten Gegenden aufgenommen. Warum sollten die Titel dies nicht ausweisen? Auf anderen Zeichnungen sind Freundinnen porträtiert. Warum werden diese als Köpfe oder Figuren anonymisiert? Metzgers Zeichnungen sind keine Studien, für die die puren Motivbezeichnungen angemessen wären. Es sind Zeichnungen, die ich analog der Gelegenheitsdichtung als Gelegenheitszeichnungen ansehe. Sie sind Anlässen und Personen verbunden, die im reinen Eindruck wiedergegeben werden. Die Collage »Hund« zeigt eine andere Möglichkeit; das bildnerische Schaffen geht von der konkreten Vorlage aus. Vielleicht ein Ansatz für das weitere künstlerische Studium.

Sven Scheer