KNT-128, Anlage zur Überwachung von Geistern

»Ist das ernst gemeint?«
»Ja!«
»Kann man die Anlage kaufen?«
»Nein, es handelt sich um einen Prototypen.«
»Das ist aber schade,
weil bei mir spukt es.«

Die Anlage besteht aus acht Kameras und einer Konsole, in die drei Displays eingelassen sind. Auf dem mittleren Bildschirm ist der Grundriss der zu überwachenden Räume zu sehen. Entdeckt das System ein verdächtiges Energiefeld, schaltet es automatisch auf die entsprechende Kamera und liefert das aktuelle Videobild an die beiden, seitlich angeordneten Monitore.
Videoüberwachung ist der Versuch, den Dingen die Unsichtbarkeit zu entziehen. Die paranoide Struktur dieser Technik wird durch KNT-128 verlängert. Die Geister sind integraler Bestandteil des Systems. Indem sich der Überwacher diesem System aussetzt, gewinnen die Geister Macht über ihn. Der kontrollierende Blick wird von dem Bild nicht länger bestätigend reflektiert, sondern vom Unsichtbaren aufgesogen. Darin besteht seine Vergeistigung. Einmal vom Unsichtbaren enteignet, fällt der Blick auf den Überwacher zurück. Er selbst wird zum Überwachten die Geister haben die Kontrolle übernommen.